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Affenpocken in Europa

In den USA und Kanada, in England, Portugal, Spanien, Belgien, Italien, Frankreich, Schweden und Deutschland sind Fälle von Affenpocken aufgetreten. Affenpocken sind Orthopoxviren, die vor allem in tropischen Regenwäldern von Affen auf den Menschen übertragen werden können. Infektionen von Mensch zu Mensch sind durch engen Kontakt und auch Tröpfcheninfektionen möglich.

Einige der bestätigten Fälle aus Italien und Spanien hatten die Gay-Pride-Parade auf Gran Canaria Anfang Mai besucht, ob sich weitere Fälle dort angesteckt haben, wird noch untersucht.
Die typische Klinik besteht in der ersten Phase aus Fieber, Lymphknotenschwellungen, Kopf- und Muskelschmerzen. Das einige Tage nach Fieberbeginn auftretende Exanthem betrifft vor allem Gesicht und Extremitäten (typisch auch Handinnenflächen und Fußsohlen) und beginnt makulopapulös, danach treten konsekutiv Bläschen, Pusteln und verkrustende Läsionen auf (Varizellen-ähnlich).

In der Regel sind Erkrankungen selbstlimitierend, eine wirksame antivirale Substanz (Tecovirimat) ist durch die EMA zugelassen.

 

Aktuelle Informationen zum Infektionsgeschehen

ECDC, (letztes Update 10.06.2022):
https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events

Public Health England:
https://www.gov.uk/government/news/monkeypox-cases-confirmed-in-england-latest-updates

 

Informationen zum Krankheitsbild sind beim RKI und CDC zu finden.

Robert-Koch-Institut: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Affenpocken.html

CDC: https://www.cdc.gov/poxvirus/monkeypox/index.html

 

Aus einem in Portugal bestätigten Fall ist eine Sequenzierung des Genoms erfolgt:

https://virological.org/t/first-draft-genome-sequence-of-monkeypox-virus-associated-with-the-suspected-multi-country-outbreak-may-2022-confirmed-case-in-portugal/799

 

Kommunikation über Affenpocken:

Seit Beginn der Affenpocken-Epidemie wird darüber gestrittten, ob und wie kommuniziert werden soll, dass überwiegend Männer, die Sex mit Männern haben, infiziert sind. Hier wurde immer wieder diskutiert, dass dies zur Stigmatisierung beitragen könnte. Andererseits kann das Ausblenden dieser Information eine gezielte Präventionsarbeit behindern. Kai Kupferschmidt, profilierter Wissenschaftsjournalist (Science u.a.), hat das Thema in der New York Times aufgenommen und kritisch diskutiert. Lesenswert: https://www.nytimes.com/2022/08/04/opinion/monkeypox-communication.html

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